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Reisebericht Fotoreise Pantanal

Reisebericht Fotoreise Pantanal

Üppige Artenvielfalt in Brasiliens mittlerem Westen
Nach vielen Fotosafaris in Afrika und Indien war für uns schon länger klar, dass wir eine Reise zu den Jaguaren im Pantanal ins Programm aufnehmen möchten.

Mit viel Aufwand und noch mehr Emails suchten wir uns einen geeigneten lokalen Partner aus. Dafür verwenden wir verschiedene Kriterien, wie einwandfreie Organisation, Erfahrung im Umgang mit Fotografen, Referenzen von befreundeten Fotografen, etc. Schliesslich sind wir fündig geworden und der erste Eindruck war mehr als positiv. Im Juli reisten wir nach Brasilien, um auf eine Recherche-Tour im Pantanal zu gehen.
Jennifer & Thomas

Jennifer & Thomas
Amazing Views Photo & Adventure Tours


Am Paraguay Fluss

Nach einem ruhigen Flug von Zürich nach Sao Paolo sind wir direkt weiter nach Cuiabá geflogen. In der als das Tor zum Pantanal bekannten Stadt, haben wir die erste Nacht unserer bevorstehenden Reise verbracht. Am nächsten Morgen wurden wir von unserem Guide Ben abgeholt. Er verfügt über grosse Erfahrung im Umgang mit Fotografen und weiss die Fotomotive ins beste Licht zu rücken. Er arbeitete zudem an mehreren Produktionen von BBC und Netflix mit. Der passionierte Birder und Naturalist ist natürlich auch ein leidenschaftlicher Fotograf.

Unsere mehrstündige Fahrt zur ersten Unterkunft am Paraguay Fluss führt zuerst über viel befahrene Hauptstrassen, bevor wir auf eine Schotterpiste abzweigen. Diese ist erst gut ausgebaut und wird dann immer schmaler. Wir fahren über Land und passieren lediglich einige Farmen. Schon nach wenigen Kilometern entdecken wir den ersten Ameisenbären, der allerdings einige hundert Meter von der Strasse weg ist. Auf der weiteren Fahrt fotografieren wir die ersten Hyazinthenaras. Unsere erste Unterkunft ist eine ehemalige Farm, die zu einem kleinen Öko-Tourismus Hotel umgebaut wurde. Etwas müde von der langen Anreise aus der Schweiz und der Anfahrt aus Cuiabá genossen wir das erste nahrhafte Abendessen.
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Riesenotter

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Rosalöffler

Die ersten Tage auf Wildlife Pirsch auf dem Fluss

Noch vor Sonnenaufgang geht es am nächsten Morgen aufs Boot. Zusammen mit Ben und einem Bootsfahrer erkunden wir einen Abschnitt des Paraguay Rivers und seiner weitverzweigen Seitenarme. Rasch werden wir von der Vielseitigkeit der Tier- und Vogelwelt in Banne gezogen. Bereits in den ersten Stunden bestaunen und fotografierten wir Riesenotter, Wasserschweine, Eisvögel, Störche und Reiher. Der erste Tag vergeht sehr schnell und wir sind überwältigt von den vielen Eindrücken.
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Capybara / Wasserschwein

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Hyazinthara

Am nächsten Tage geht es wieder am frühen Morgen los. Schon nach wenigen Minuten wartet den der erste grosse Höhepunkt der Reise. Am Ufer sitzen eine Jaguar Mutter mit ihrem halbwüchsigen Nachwuchs. Die erste Sichtung eines Jaguars in der freien Wildbahn ist für uns ein besonderes Erlebnis. Nach kurzer Zeit ziehen die beiden weiter in den dichten Dschungel. Wir verbringen den Tag mit weiteren Fahrten auf dem Fluss und entdecken laufend Neues zum Fotografieren. Auch landschaftlich gefällt es uns am Paraguay Fluss sehr. Morgens ziehen Nebelschwaden über den Fluss und hinter jedem Flussarm entdeckt man neue idyllische Naturparadiese.
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Jaguar am Ufer des Paraguay Flusses im ersten Morgenlicht
Nikon D500, 500mm f/5.6, 1/400s, f7.1, ISO 1600


Tukane, Tapire und mehr

Am nächsten Morgen heisst es bereits Abschied nehmen vom Paraguay Fluss. Die ersten Tage im Pantanal haben uns ausserordentlich gut gefallen. In der familiengeführten Unterkunft mit den herzlichen Menschen haben wir uns sehr wohl gefühlt.
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Landschaft entlang der Transpantaneira
Nikon D750, Sigma 24 - 70mm f/2.8, 1/160s, f/8, ISO 100

Auf der mehrstündigen Fahrt zum zweiten Ziel der Reise halten wir zum Mittagessen in einem brasilianischen Grillrestaurant. Am frühen Nachmittag erreichen wir unsere Unterkunft. Auch diese liegt auf einem ehemaligen Farmgebiet, das zu einem privaten Naturschutzgebiet umgewandelt wurde. Während den zwei Tagen, die wir hier verbringen, fotografieren wir wieder unglaublich viele Tiere wie zum Beispiel einen Tapir, Tukane, Krabbenfüchse und neugierige Kapuzineräffchen aus der Nähe.
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Tukan
Nikon D500, 500mm f/5.6, 1/200s, f/5.6, ISO 1600

Der Höhepunkt für uns ist aber das frühmorgendliche Spektakel, das dutzende von Reihern, Scherenschnabelvögel, Seeschwalben und Kaimane bieten. Im Gewässer nahe der Lodge leben sehr viele Kaimane. Jeden Morgen vor Sonnenaufgang stossen unzählige Reiher dazu, die hoffen etwas vom Frühstück der fischenden Kaimane abzubekommen. Die Szenerie im sanften Gegenlicht hat etwas Unwirkliches und ist unglaublich schön. Etwas später üben wir uns beim Fotografieren der fischenden Scherenschnabelvögel. Diese sind allerdings schnell, sehr schnell…
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Silberreiher

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Tapir

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Braunohrarassari

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Kapuzineraffe


Auf zum Königreich des Jaguars

Auch die zweite Station hat uns sehr gut gefallen. Neben den vielen Erlebnissen in der Natur war auch das Essen sehr gut, besonders auch das hausgemachte Eis :-).

Um die vielen Eindrücke zu verarbeiten und etwas auszuspannen, legen wir nach der zweiten frühmorgendlichen Fotosession bei den Reihern eine Pause ein und verbringen den Morgen mit süssem Nichtstun (resp. mit dem Backup und Löschen von Fotos).
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Silberreiher in der Morgendämmerung
Nikon D500, 500mm f/5.6, 1/2000s, f/5.6, ISO 1000

Während des Nachmittags fahren wir nach Porto Jofre. Hier in der Nähe befindet sich der Meeting of the Waters State Park, auch als Königreich des Jaguars bekannt. Wir kommen rechtzeitig vor Sonnenuntergang an und können noch einige der Hyazinthenaras, die sich meist gegen Abend im schönen Garten der Hotelanlage versammeln, fotografieren.
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Rotbrustfischer

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Hyazinthara


Jaguare, Jaguare und vieles mehr

Am anderen Morgen geht es wieder früh aufs Boot. Wir haben viel von Porto Jofre gehört. Es soll hier am einfachsten sein Jaguare zu beobachten und zu fotografieren. Der Ort ist mittlerweile ziemlich populär. Die Boote verfügen über Funk. Dadurch sprechen sich Jaguar Sightings jeweils schnell herum.

Von vielen Safaris in Afrika und in Indien sind wir es gewohnt, dass Katzen am Tage nicht sehr aktiv sind resp. oft schlafen. Jaguare sind im Gegensatz dazu auch oft tagsüber unterwegs und sehr aktiv. Den ersten Tag in Porto Jofre werden wir nie vergessen. Wir konnten gleich 9 (!) Jaguare beobachten und fotografieren. Wir sind überwältigt von den vielen Eindrücken.
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Jaguar im Meeting of the Waters State Park
Nikon D500, 500mm f/5.6, 1/800s, f/5.6, ISO 5000

Gute Wildlife Bilder brauchen in der Regel Zeit. Wir haben daher vier volle Tage für Bootsafaris in Porto Jofre eingeplant. Dies hat sich gelohnt. Bereits am zweiten Tag konnten wir einen Jaguar beobachten, der einen Kaiman erlegt hat. Das geht blitzschnell und wir resp. unsere Kameras waren nicht darauf vorbereitet. Eindrücklich war das Erlebnis aber so oder so. Schnell haben wir relativ viele Bilder der Jaguare zusammen und werden wählerischer bei den Sightings. Bei zu vielen Booten vor Ort fahren wir einfach weiter. Wir haben dann die eine oder andere Jaguar Sichtung ganz für uns allein. Natürlich gibt es neben den Jaguaren auch sonst ganz viel zu sehen und zu bestaunen. Wir fotografieren Vögel in allen Formen und Farben, Riesenotter, Wasserschweine, Kaimane im besten Licht und vieles mehr. Wir suchen uns schöne Spots zum Fotografieren der schönen Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. Die Tage vergehen sehr schnell.
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Jaguar mit erlegtem Kaiman

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Jaguar im letzten Abendlicht

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Rotschwanz Glanzvogel

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Riesenotter

Mit Ben und unserem Bootsfahrer haben wir ausgezeichnete Begleiter, die uns auf viele Vögel und Tiere aufmerksam machen, die wir sonst verpasst hätten. Dank der grossen Erfahrung von Ben im Umgang mit Fotografen und Filmcrews sind wir oft – auch bei mehreren Booten an einem Sighting – in bester Position. Der passionierte Fotograf denkt auch immer mit wenn es um passenden Kompositionen geht und hat viele tolle Ideen.

Am Abend sind wir jeweils sehr müde und kurz nach dem Abendessen ist bereits Lichterlöschen.
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Sonnenaufgang im Meeting of the Waters State Park
Nikon D850, 70-200mm f/4, 1/100s, f/16, ISO 320

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Flusslandschaft bei Porto Jofre

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Abendstimmung in einem Nebenfluss des Tres Irmaos


Ausklang an der Transpantaneira

Nach den ereignisreichen Tagen in Porto Jofre fahren wir bereits zur letzten Station der Reise. Unterwegs halten wir, um den einen oder anderen Vogel zu fotografieren und unternehmen am Nachmittag eine letzte Pirschfahrt dem Farmgelände des Hotels. Dieser verläuft ereignislos was uns aber nach den vielen Erlebnissen der letzten Tage nicht wirklich schlimm vorkommt. Wir geniessen die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft hier und erfreuen uns an einem weiteren schönen Sonnenuntergang. Den frühen Morgen am letzten Tag beschliessen wir rund um das Hotel zu verbringen. Dieser Entscheid war goldrichtig. Wir fotografieren die seltenen Gelbbrustaras und ein Paar Krabbenfüchse aus nächster Nähe.
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Zwei junge Jaguar Brüder auf der Jagd
Nikon D850, 180-400mm f/4, 1/2500s, f/5.6, ISO 640

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Gelbbrustaras

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Krabbenfuchs


Fazit

Die Recherche-Reise ins Pantanal hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir sind überwältigt von der üppigen Artenvielfalt der Tier- und Vogelwelt. Das abgeschiedene Pantanal ist ein Paradies für alle Naturliebhaber. Natürlich waren die Begegnungen mit den Jaguaren ein Höhepunkt. Wir konnten diese ausgiebig fotografieren. Der Tourismus und damit die Infrastruktur und die Ausbildung des Personals sind im Pantanal noch nicht so weit entwickelt wie beispielsweise in Botswana und Namibia. Die Menschen sind jedoch äusserst freundlich und sehr engagiert, was einen kleine Unzulänglichkeiten leicht vergessen lässt. Wir sind begeistert aus Brasilien zurückgekehrt. Wir freuen uns bereits auf die Fotoreise im nächsten Jahr. Auch die Wahl unseres lokalen Partners hat sich als goldrichtig herausgestellt. Alles hat perfekt geklappt und unsere Gäste können sich im nächsten Jahr auf eine fantastische Pantanal Fotoreise freuen.
Reisebericht Pantanal

Jaguar auf der Prisch
Nikon D850, 180-400 mm f/4, 1/640s, f/4, ISO 640

Begleite uns auf eine fantastische Fotoreise ins Pantanal
Das Pantanal ist ein riesiges saisonales Überschwemmungsgebiet im mittleren Westen Brasiliens (Bundesstaat Mato Grosso). Es ist so artenreich, dass die UNESCO es zum Biosphären-Schutzgebiet erklärt hat. Der Juli ist ein ausgezeichneter Monat, um das Pantanal zu besuchen. Während der Trockenzeit bestehen ausgezeichnete Chancen verschiedenste Tiere und Vögel zu beobachten und zu fotografieren. Natürlich stehen Jaguare im Fokus, jedoch auch Ameisenbären, Riesen-Flussotter, Kaimane oder Aras können mit etwas Glück fotografiert werden.
zur Fotoreise Pantanal
Jennifer Brühlmann
Jennifer Brühlmann
Reisen und Fotografie sind unsere Leidenschaft. Auf unserem Blog berichten wir über tolle Foto Locations weltweit, Tipps und Tricks in der Naturfotografie, unsere Fotoreisen und vieles mehr.