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5 Gründe für einen Polfilter

5 Gründe für einen Polfilter

Filter sind in der Landschaftsfotografie nach wie vor wichtig. Sie helfen dir schwierige Lichtsituationen zu meistern oder spezielle Effekte zu erzielen. Für grossartige Resultate helfen dir insbesondere Graufilter, Verlaufsfilter und Polfilter. In diesem Artikel gehen wir speziell auf den Polfilter ein und zeigen dir 5 Gründe warum Du einen Polfilter verwenden solltest.
Faröer Inseln

Bei dieser Aufnahme haben wir bewusst einen Pol-Filter verwendet, um die Farbe des Meeres besser hervorheben zu können. Dank dem Polfilter sind die Reflexionen auf der Wasseroberfläche eliminiert und die Farbe des Wassers wirkt intensiver.
Nikon D850, 20mm f/1.8, f/16, 5s, ISO 100, mit Polfilter


Was ist ein Polfilter?

Der Polarisationsfilter, auch Polfilter genannt, lässt das Licht nur in einer Polarisationsrichtung durch. Er filtert dadurch unerwünschte Spiegelungen. Ein Polfilter kommt vor allem bei Sonnenschein und blauem Himmel zum Einsatz. Er erhöht den Kontrast der Aufnahme, der Himmel wirkt tiefblau und die Wolken heben sich vom Himmel ab. Auch das Grün von Wäldern, Wiesen und Pflanzen wirkt intensiver. Bei Aufnahmen von Wasseroberflächen können störende Reflexe minimiert werden. Der Polfilter entfernt ungewünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Flächen.

Wie funktioniert ein Polfilter?

Am Polfilter werden zwei Gläser gegeneinander verdreht, sodass die Schwingungsrichtung des Lichts in eine Richtung gesperrt wird. Der Polfilter kann sowohl für Farb- wie für Schwarzweiss-Fotografie verwendet werden.

Der Filter wird vorne am Objektiv angeschraubt oder mittels eines Steckfiltersystems angebracht. Die besten Resultate erzielst Du mit einem 90 Grand Winkel zur Sonne. Der vordere, bewegliche Teil des Filters wird anschliessend entsprechend gedreht während Du durch den Sucher blickst.
Zusammenfassung
Der Polfilter eignet sich insbesondere um:

  • Farben und Kontrast zu verstärken
  • Spiegelungen zu vermeiden oder zu verstärken
Äussere Hebriden

Das türkisfarbene Meer der Äusseren Hebriden eignet sich besonders gut für das Fotografieren mit Polfilter. Der Filter verstärkt die schöne Farbe des Meeres und lässt unschöne Reflexionen auf der Wasseroberfläche verschwinden.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/8, 1/200s, ISO 200, Polfilter


5 Gründe für einen Polfilter


1. Fliessende oder stehende Gewässer in ihrer ganzen Pracht einfangen
Bei Seen, Bächen oder auch bei Meer-Aufnahmen, kannst Du störende Spiegelungen minimieren oder gar entfernen. So kann z.B. die Meeresoberfläche intensiver wirken und in einem satten Blau oder Türkis erstrahlen. Oft wirken sonst Wasseroberflächen eher gräulich. Gerade bei ruhigem Gewässer werden unerwünschte Spiegelungen minimiert oder gar entfern. Man kann auch darunterliegende Objekte wie Steine oder den Unterwasserteil von Eisbergen sehen.

Beispiel 1: Wasseroberfläche ohne Reflexionen
Dingle in Irland

Ohne Polfilter: Dieses Foto wurde ohne Polfilter aufgenommen. Da auf der Wasseroberfläche des Meeres das Licht reflektiert wird, erschein das Meer eher gräulich.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/8, 8s, ISO 100, ohne Polfilter

Dingle in Irland

Mit Polfilter: Das gleiche Foto, jedoch mit Polfilter aufgenommen. Durch die Minimierung der Lichtreflexionen erscheint die Farbe des Wassers satter und auch das Grün intensiver.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/8, 12s, ISO 100, mit Polfilter

Beispiel 2: Motive unterhalb der Wasseroberfläche sichtbar machen
Uttakleiv

Ohne Polfilter: Das Auge von Uttakleiv in Norwegen, mit einem Polfilter aufgenommen. Ohne Polfilter würden die runden Steine unter der Wasseroberfläche nicht so schön zur Geltung kommen.
Nikon D850, 14mm f/1.8, f/16, 6s, ISO 100, Polfilter

Spitzbergen

Mit Polfilter: Besonders in der Arktis und Antarktis lohnt sich der Einsatz eines Polfilters. Da die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche minimiert werden können, erkennt man auch den Teil des Eisbergs, der unter dem Wasser liegt.
Nikon D750, 24-85mm, f/8, 1/500s, ISO 200, Polfilter

2. Den Himmel perfektionieren
Durch die Verwendung eines Polfilters wirkt die Farbe eines blauen Himmels intensiver und die Wolken erscheinen weisser und heben sich richtig schön vom Himmel ab. Wir nennen es den «Postkarten-Effekt», da die Farben solcher Bilder richt schön erstrahlen und stark an Postkarten erinnern.
Toscana

Mit Polfilter: Dieses Foto wurde mit einem Polfilter aufgenommen. Der Himmel ist schön abgedunkelt und die Wolken stechen schon fast dreidimensional hervor. Die Brennweite war hier auf 24mm eingestellt, was zu unschönen Vignettierungen im Himmel führte.
Nikon D810, 24-70mm f/2.8, f/8, 1/125s, ISO 100, mit Polfilter

Toscana

Mit Polfilter: Die Farbe des Himmels wie auch des Meeres leuchtet auf diesem Foto dank des Polfilters schön blau. Der klassische «Postkarteneffekt».
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/8, 1/80s, ISO 100, mit Polfilter

3. Waldszenen in saftigem Grün erstrahlen lassen
Du kannst beim Fotografieren im Wald einen Polfilter verwenden. Das Grün von Bäumen, Büschen und Gräsern wirkt so satter. Der Polfilter schwächt das reflektierende Licht des Himmels auf den Blättern ab. Die Bilder wirken dank der minimierten Reflexionen viel satter.
Wicklow, Irland

Ohne Polfilter: Dieses Foto wurde ohne Polfilter aufgenommen. Das Grün wirkt eher kühl und nüchtern.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/11, 2.5s, ISO 100, ohne Polfilter

Wicklow, Irland

Mit Polfilter: Mit Polfilter erhält das Grün im Bild sofort mehr Leuchtkraft und wirkt wärmer.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/11, 2.5s, ISO 100, mit Polfilter

4. Regenbögen so richtig leuchten lassen
Mit dem Polfilter kannst Du die Leuchtkraft des Regenbogens verstärken. Das Licht des Regenbogens ist komplett polarisiert, das bedeutet, dass der Himmel beim Einsatz des Polfilters abgedunkelt wird. Der Regenbogen erscheint dazu relativ intensiver. Vorsicht: der Regenbogen kann auch ganz aus dem Bild verschwinden, wenn der Polfilter falsch eingestellt ist.
Lofoten

Mit Polfilter: Dieser Regenbogen auf den Lofoten Inseln in Norwegen hielt lange an, so hatten wir genügend Zeit in Ruhe den Polfilter aufzuschrauben.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/8, 1/10s, ISO 100, mit Stativ und Polfilter

Lofoten

Ohne Polfilter: Dieser Regenbogen erschien plötzlich mitten in der Stadt nach einem heftigen Regenschauer. Leider währte er nur kurz, so dass wir den Polfilter nicht rechtzeitig aufschrauben konnten. Sicherheitshalber haben wir ein Bild ohne Polfilter aufgenommen.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/7.1, 1/80s, ISO 1600, ohne Stativ

5. Spiegelungen maximieren
Dank des Polfilters kannst Du Spiegelungen nicht nur verschwinden lassen, sondern diese auch verstärken. Gerade bei Regenwetter hilft dir der Polfilter Spiegelungen in Pfützen perfekt einzufangen.
Lofoten

Mit Polfilter: Dank des Polfilters kommt die Spiegelung der Berge richtig gut zur Geltung.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/8, 1/16s, ISO 100, Polfilter

Svalbard

Mit Polfilter: Auch bei dieser Aufnahme der Palanderbukta in Spitzbergen wurde ein Polfilter verwendet. Das Blau des Himmels wirkt intensiv und die Spiegelung des Berges ist perfekt dargestellt.
Nikon D850, 24-70mm f/2.8, f/8, 1/1000s, ISO 450, Polfilter


Praxistipps
Achte auf die folgenden Punkte, wenn Du mit Polfilter fotografierst:

  • Den besten Erfolg mit dem Polfilter erzielst Du, wenn Du im 90-Grad-Winkel zur Sonne stehst.
  • Achtung: Du musst den Polfilter bei jeder Aufnahme neu einstellen bzw. drehen. Wenn Du deine Komposition ausgewählt hast, drehe den Polfilter und beobachte das Resultat im Sucher. Sobald Du mit dem Effekt zufrieden bist, kannst Du das Bild aufnehmen.
  • Vorsicht bei Weitwinkel-Objektiven: Bei blauem Himmel können aufgrund des starken Weitwinkels unerwünschte Flecken im Bild erscheinen. Dies passiert, da die Intensität des Effekts an einigen Stellen im Bild stärker ist. Der Polfilter wirkt also unterschiedlich im Bildbereich. Wenn Du solche Effekte bei der Aufnahme feststellst, dann besser ohne Polfilter fotografieren.
  • Ein Polfilter verringert die einfallende Lichtmenge um etwa zwei Blendenstufen. Dadurch werden bei gleicher Blende längere Verschlusszeiten benötigt. Je nach vorhandenem Licht kann dadurch ein Stativ notwendig werden.
  • Setze den Polfilter gezielt und bewusst ein. Lasse ihn nicht um jeden Preis auf deinem Objektiv, denn der Polfilter kann auch Aufnahmen zerstören. Überlege dir also gut, wann und aus welchem Grund Du ihn verwenden möchtest.
Lofoten

Nikon D850, 14mm f/1.7, f/8, 1/80s, ISO 100, Polfilter

Jennifer Brühlmann
Jennifer Brühlmann
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