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Zwei Tipps für bessere Wildlife Fotos

Zwei Tipps für bessere Wildlife Fotos

Geschmäcker sind verschieden, sagt der Volksmund. Was ist ein gutes Wildlife Foto? Darüber kann man lange angeregt diskutieren. Unterschiedliche Menschen werden von unterschiedlichen Bildern angesprochen. Es gibt jedoch verschiedene Tipps, die helfen ein Wildlife Foto so zu gestalten, dass es viele Leute anspricht.

Die hautsächlichen Bildgestaltungsmittel in der Wildlife Fotografie sind wie auch in anderen Bereichen der Fotografie Perspektive, Bildkomposition, Lichtstimmung, Farbe und Hintergrund. Die Wildlife Fotografie lebt stark von der Action. Die Dinge laufen oftmals sehr schnell ab und man muss mit den Kameraeinstellungen bereit sein, im richtigen Augenblick abzudrücken. Ein gutes Wildlife Foto lebt vor allem von der Emotionalität und der Intensität, dem Festhalten eines entscheidenden Augenblicks.

In diesem Blog-Beitrag beschäftigen wir uns mit zwei der oben erwähnten Bildgestaltungsmittel, der Perspektive und der Bildkomposition nach der Drittel-Regel.

Die Perspektive

Die Perspektive ist neben der Bildkomposition das entscheidendste Kriterium der Bildgestaltung.

Ein packendes Tierfoto ist selten aus der Perspektive aufgenommen, aus der man auf das Motiv herunter schaut. Im Gegenteil, wird ein Foto auf Augenhöhe mit dem Motiv oder gar tiefer als dieses aufgenommen, kann dadurch eine spannende und oftmals auch überraschende Wirkung erzielt werden. Diese tiefe Perspektive verleiht dem Motiv mehr Präsenz und fesselt den Betrachter des Bildes. Zudem wird so die Distanz zwischen dem Motiv und dem Hintergrund vergrössert. Das Motiv hebt sich vom Hintergrund ab, so dass dieser nicht unnötig vom Bild ablenkt.

Nachfolgend zwei Bild-Beispiele die die Wichtigkeit der richtigen Perspektive gut erklären
Blog Wildlife Fotografie - Beispiel 1

Der Fotograf befindet sich über dem Motiv. Das Tier wirkt fast wie am Boden festgeklebt bzw. hebt sich zu wenig vom Hintergrund ab.

Blog Wildlife Fotografie - Perspektive Beispiel 2

Der Fotograf befindet sich auf Augenhöhe mit dem Motiv. Das Tier hebt sich so wunderbar vom Hintergrund ab.

Unser Tipp
  • Versuche immer eine optimale oder sogar extreme Perspektive für Dein Bild zu finden.
  • Je nach Fotomotiv, lohnt es sich beim Fotografieren auf dem Boden zu knien. Probiere, vom tiefsten Punkt zu fotografieren.
  • Wenn man mit dem Safari-Fahrzeug unterwegs ist, ist dies natürlich nicht gut umsetzbar. Hier können Bodensenken oder Vertiefungen genutzt werden um auf Augenhöhe mit dem Tier zu kommen.
Weitere Ideen für aussergewöhnliche Perspektiven
Hide-Fotografie
Das Fotografieren aus Schutzverstecken und Hides kann ebenfalls spannende Perspektiven bieten. Der Fotograf befindet sich quasi auf Bodenhöhe in einem Untergrund-Versteck. Diese sind meist an einem Wasserloch gelegen und man braucht nichts anderes zu tun als abzuwarten bis die Tiere zum Trinken kommen.
Blog Wildlife Fotografie - Aus einem Untergrund Versteck fotografieren

Ein schönes Beispiel einer spannenden Perspektive. Dieses Foto wurde aus einem Untergrund Versteck / Hide fotografiert.

Wildlife Fotografie aus dem Boot
Auf unserer Fotoreise in Botswana benutzen wir ein spezielles Foto-Boot, das sehr tief im Wasser liegt. Aufgrund seiner geringen Tiefe gelangt man mit dem Boot sehr nah ans Ufer und hat so die Gelegenheit die Tiere aus einem erstaunlichen Blickwinkel zu fotografieren. 360-Grad Drehsessel und Stative mit Gimbal Heads vereinfachen das Fotografieren vom Boot und helfen dem Fotografen sich ganz auf das Motiv zu konzentrieren.
Blog Wildlife Fotografie - Vom Foto-Boot aus fotografiert

Diese Büffel wurden auf dem Chobe Fluss vom Foto-Boot aus fotografiert. Der tiefe Blickwinkel hebt die Büffel schön vom Hintergrund ab.


Die Drittel-Regel

Die Drittel-Regel ist eine sehr einfache und gute Bildgestaltungsmethode. Dabei wird das Bild senkrecht und waagrecht gedrittelt. Das zu fotografierende Motiv wird an einem der vier Schnittpunkte platziert. Wird das Hauptmotiv in der Mitte platziert, verliert das Foto an Spannung und wirkt wenig harmonisch.

Das Motiv sollte zudem hervorstehen und nach Möglichkeit optimal vom Hintergrund eingerahmt werden. Oft hilft die Kamera leicht nach links oder rechts, oben oder unten zu verschieben, um die Komposition zu optimieren. Leichte Veränderungen in der Positionierung ergeben ganz andere Bilder. Es lohnt sich genügend Zeit zu nehmen, um zu überprüfen, ob die Komposition leicht verändert werden soll.

Wie bei allen Gestaltungsregeln in der Fotografie ist die Anwendung der Drittel-Regel jedoch stets vom Motiv und der geplanten Bildkomposition abhängig. Manchmal muss man eine Regel auch bewusst brechen, um zu besseren Bildern zu kommen.
Blog Wildlife Fotografie - Anschauungsbeispiel Drittel-Regel

Dieses Beispiel Bild zeigt die Bildkomposition nach der Drittel-Regel

Unser Tipp
  • Achte beim Fotografieren auf die Drittel Regel und positioniere markante bzw. wichtige Bildinhalte wie z.B. das Auge des Tieres oder das Tier selbst in einem der Schnittpunkte.
  • Auch der Hintergrund entscheidet oft darüber, ob ein Foto gut wirkt oder nicht. In der Regel ist es wichtig, dass nichts Störendes oder Dominantes das Fotomotiv stört.
  • Schaue aufmerksam durch den Sucher und achte auf störende Gegenstände wie andere Safari-Fahrzeuge oder Bäume und Äste die die Bildkomposition stören.
Ein paar Fotos die nach der Drittel-Regel aufgenommen wurden zur Inspiration
Blog Wildlife Fotografie - Elefant

Elefant im Mana Pools Nationalpark in Simbabwe

Blog Wildlife Fotografie - Karibu

Karibu im Denali Nationalpark in Alaska

Blog Wildlife Fotografie - Wildhund

Wildhund im Sabi Sand Game Reserve in Südafrika


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Jennifer Brühlmann
Jennifer Brühlmann
Reisen und Fotografie sind unsere Leidenschaft. Auf unserem Blog berichten wir über tolle Foto Locations weltweit, Tipps und Tricks in der Naturfotografie, unsere Fotoreisen und vieles mehr.