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Wasserfälle fotografieren

Wasserfälle fotografieren

So einfach geht es!
Wer kennt dieses Gefühl nicht: man ist unterwegs in der Natur, steht plötzlich vor einem tosenden Wasserfall. Man wird sofort in dessen Bann gezogen. Das Rauschen des Wassers summt in den Ohren und der Gischt scheint die Umgebung in ein märchenhaftes Kleid zu hüllen. In diesem Artikel zeigen wir Dir wie Du Wasserfälle gekonnt in Szene setzen und schöne Bilder einfangen kannst.
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Wasserfälle fotografieren - Fairy Pools Isle of Skye

Diesen kleinen Wasserfall haben wir auf der Isle of Skye in Schottland fotografiert. Schottland ist ein wahres Paradies wenn es um Langzeitbelichtungen geht!
Nikon D810, 14 – 24mm f/2.8, 14mm, 10s, f/8, ISO 100, Grau- und Verlaufsfilter

Der Schleier-Effekt – ganz nach Deinem Geschmack
Sobald Du fliessendes Wasser mit längeren Verschlusszeiten fotografierst, erhältst Du einen schönen, samtig weichen Schleier-Effekt. Da der Verschluss Deiner Kamera länger offen ist, wird die Bewegung des Wassers eingefangen. Je länger Deine Verschlusszeit, umso weicher und weisser der Schleier-Effekt. Möchtest Du das Wasser „einfrieren“ und keinen Schleier-Effekt erzeugen, dann verwendest Du eine sehr schnelle Verschlusszeit, z.B. 1/1000s. Probiere am besten verschiedene Verschlusszeiten aus und finde heraus, welche Deinen Geschmack trifft.

Die richtige Ausrüstung für die Wasserfall-Fotografie

Kamera
Du benötigst nicht zwingend eine High End Kamera. Es genügt im Prinzip wenn die Belichtungszeit manuell einstellbar ist.

Objektiv
Es eignen sich verschiedene Brennweiten für die Wasserfall-Fotografie. Besonders tolle Aufnahmen lassen sich oft mit einem Weitwinkel-Objektiv einfangen.

Akkus
Denke daran, genügend Reserve Akkus für die Kamera mit zu nehmen. Bei längeren Verschlusszeiten entladen sich die Akkus schneller.

Stativ
Damit Du den schönen Schleier-Effekt bei den Wasserfällen einfangen kannst, musst Du mit langen Verschlusszeiten arbeiten. Deshalb benötigst Du ein stabiles und robustes Stativ. Idealerweise hat Dein Stativ Gummiabdeckungen an den Füssen. So kannst Du es auch ins Wasser stellen.

Fernauslöser
Ein Fernauslöser verhindert verwackelte / unscharfe Bilder, die durch das Drücken des Auslösers an der Kamera entstehen können. Falls du keinen Fernauslöser hast, kannst du auch die Selbstauslösefunktion deiner Kamera verwenden.
Wasserfälle fotografieren - Godafoss Island

Der Godafoss in Island, aufgenommen während eines spektakulären Sonnenuntergangs
Nikon D800, 24-70mm f/2.8, 32mm, 3s, f/11, ISO 100, Grau- und Verlaufsfilter

Graufilter / Verlaufsfilter

  • Der Graufilter verringert die Lichtmenge, die durch das Objektiv auf den Bildsensor fällt. Er hilft Dir bei Tageslicht längere Verschlusszeiten zu nutzen. Je länger Du belichten kannst umso weicher wird der Schleier-Effekt. Wir empfehlen Dir bei Tageslicht einen Graufilter mit mindestens -6 Blenden zu verwenden (auch Little Stopper genannt) oder bei viel Licht einen Big Stopper (-10 Blenden).
  • Möchtest Du den Wasserfall während dem Sonnenuntergang fotografieren empfiehlt sich ein Verlaufsfilter. Dieser dunkelt den Himmel gegenüber dem Vordergrund ab bzw. gleicht starke Helligkeitsunterschiede zwischen Himmel und Landschaft aus.
  • Pol-Filter: Mit dem Pol-Filter kannst Du unerwünschte Spiegelungen und Reflexionen auf dem Wasser verschwinden lassen.
Wasserfälle fotografieren - Isle of Skye

Einer der vielen Wasserfälle auf der Isle of Skye. Hier kam ein sogenannter Little Stopper Graufilter (-6 Blenden) zum Einsatz.
Nikon D810, 14-24mm f/2.8, 17mm, 5s, f/13, ISO 100, Graufilter

Schutz vor Wind und Wetter

  • Abhängig vom Ort, aber auch je grösser der Wasserfall ist bzw. je näher Du diesem bist, solltest Du wasserabweisende Kleidung (Regenschutz, Regenhosen, Kopfbedeckung etc.) und Schirm dabeihaben. Verpacke auch Dein Kamera Equipment dementsprechend gut und verwende einen Fotorucksack mit Regenschutz.
  • Packe am besten auch wasserfeste Schuhe oder gar Gummistiefel mit guten Profilsohlen mit ein. Manchmal erhält man eine tolle Bildkomposition, wenn man direkt aus dem Wasser fotografiert.
  • Nimm ein Microfasertuch mit, um beim Objektiv Wassertropfen und –Spritzer vor der Linse zu reinigen. Ein Geschirrtuch hilft um nassgewordenes Equipment trocken zu reiben.
  • Verwende eine Sonnenblende, diese hilft das Objektiv vor Wasserspritzern zu schützen.
  • Verwende als Regenschutz für Deine Kamera und Objektiv einfach einen aufgeschnittenen Zip- / Plastikbeutel.
Checkliste – Ausrüstung für das Fotografieren von Wasserfällen
  • Kamera & Objektive
  • Genügend Akkus
  • Stabiles Stativ
  • Fernauslöser
  • Graufilter / Verlaufsfilter
  • Pol-Filter
  • Regenschutz / Schirm
  • Microfasertuch / Geschirrtuch
  • Plastikbeutel als Schutz für die Kamera
Wasserfälle fotografieren - Schweiz

Ein kleiner Wasserfall im Kanton Zürich. Bei dieser Aufnahme war bereits sehr viel Licht vorhanden. Auch ein Grund weshalb wir hier den Big Stopper (-10 Blenden) verwendet haben.
Nikon D4, 24-70mm f/2.8, 48mm, 71s, f/8, ISO 320, Big Stopper Graufilter (-10 Blenden)

In 5 Schritten zum Top Wasserfall Foto

Die folgende Anleitung hilft Dir tolle Aufnahmen von Wasserfällen einzufangen.

1. Nutze das ideale Wetter oder fotografiere zur richtigen Tageszeit
Beim Wasserfälle fotografieren musst Du darauf achten, dass nicht zu viel Licht vorhanden ist.

Damit Du den schönen Schleier-Effekt erhältst, musst Du mit langen Verschlusszeiten arbeiten. Stehst Du mitten am Tag an einem Wasserfall und die Sonne reflektiert stark auf der Wasseroberfläche, ist es nahezu unmöglich mit langen Verschlusszeiten zu arbeiten.

Schlechtes Wetter eignet sich perfekt für tolle Wasserfall Aufnahmen. Durch den bedeckten Himmel ist wenig Licht vorhanden und Du kannst sehr gut mit längeren Verschlusszeiten fotografieren. Befindet sich der Wasserfall in einem Wald, wo nur wenig Licht vorhanden ist, kannst Du gut auch bei Sonnenschein fotografieren. Meide aber auch hier die Mittagszeit. Dann steht die Sonne hoch oben und das Sonnenlicht reflektiert auf den Blättern der Bäume.

Für das Fotografieren von Wasserfällen, eignet sich auch die Zeit rund um den Sonnenaufgang oder den Sonnenuntergang. Wenn Du Glück hast, kannst Du Deinen Wasserfall zusammen mit tollen Farben am Himmel festhalten.

2. Wähle eine fesselnde Bildkomposition
Nimm dir genügend Zeit, das Bild zu komponieren. Überlege Dir, wie Du den Wasserfall in Deiner Aufnahme positionieren willst. Versuche eine möglichst spannende Bildkomposition zu erzielen.

  • Integriere einen interessanten Vordergrund in Deinem Bild. Versuche dem Bild so mehr Tiefe zu geben.
  • Versuche nebst dem Vordergrund auch nach speziellen Linien und Formen zu suchen. Sie geben dem Foto mehr Aussagekraft und führen das Auge des Betrachters.
  • Spektakuläre Aufnahmen kann es auch geben wenn Du einen Menschen im Bild platzierst. Dies eignet sich insbesondere um Grössenverhältnisse zu zeigen. Dem Betrachter kann so gezeigt werden, wie gross der Wasserfall ist.
Wasserfälle fotografieren - Godafoss Island

Bei dieser Aufnahme haben wir bewusst den Reisenden auf dem Felsen ins Bild integriert. Dadurch bekommt der Betrachter eine Idee wie hoch und imposant der Wasserfall tatsächlich ist.
Nikon D800, 24 – 70 mm f/2.8, 42mm, 1.3s, f22, ISO 200, Grau- und Verlaufsfilter

3. Diese Kameraeinstellungen sind der halbe Erfolg

  • Manueller Modus: Stelle den manuellen Modus Deiner Kamera ein. So kannst Du sowohl Blende als auch Verschlusszeit manuell einstellen.
  • Bildqualität auf RAW-Format: Damit kannst Du anschliessend das Bild optimal bearbeiten.
  • Bildstabilisator ausschalten: Wenn Dein Objektiv über einen Stabilisator verfügt, schalte diesen immer aus wenn Du mit einem Stativ fotografierst.
  • Spiegelvorauslösung: Verwendest Du eine Spiegelreflexkamera, schalte die Spiegelvorauslösung ein. Das Auslösen des Spiegels kann sonst ebenfalls zu leichten Verwacklungen führen.
  • ISO: Nutze einen ISO Wert so tief wie möglich um ein ungewünschtes Rauschen zu verhindern. Fange am besten mit ISO 50 oder 100 an.
  • Blende: Stelle die gewünschte Blende ein. Wähle für Landschaftsaufnahmen am besten eine Blende zwischen f11 und f16. In diesem Bereich erzielst Du oft die optimale Schärfe. Je kleiner die Blende, umso weniger Licht fällt auf den Sensor und umso längere Verschlusszeiten kannst Du nutzen.
  • Verschlusszeit: Damit Du den schönen Schleier-Effekt beim fliessenden Wasser erhältst, musst Du eine etwas längere Verschlusszeit einstellen. Je nachdem wie viel Umgebungslicht vorhanden ist oder wie schnell das Wasser fliesst, ändert sich die Zeit. Grundsätzlich erreichst Du bereits mit 1 – 2 Sekunden den Effekt. Probiere verschiedene Verschlusszeiten von 1 – 15 oder gar 30 Sekunden aus. Du wirst sehen, wie sich das Aussehen des fliessenden Wassers jeweils ändert.
  • Manuell fokussieren: Falls nicht genügend Licht für den Autofokus vorhanden ist, empfehlen Dir manuell zu fokussieren. Unser Tipp: Stelle Dein Objektiv auf unendlich und verwende nun die Live-View-Funktion Deiner Kamera. Vergrössere den Bildausschnitt und suche Dir ein Objekt, bei dem sich die Schärfe einfach feststellen lässt: zum Beispiel Kanten von Steinen, Baumstämme oder Ränder von Blättern. Durch Drehen des Fokusrings kannst Du nun die Schärfe manuell einstellen.
  • Sucher abdecken: Durch den Sucher Deiner Kamera kann ebenfalls Licht auf den Sensor fallen. Decke den Sucher ab, sobald Du mit langen Verschlusszeiten arbeitest.
Wasserfälle fotografieren - Schottland

Bei diesem kleinen Wasserfall auf der Isle of Skye hatten wir keinen Filter dabei und deshalb die Blende ganz geschlossen, damit wir eine Verschlusszeit von 1s nutzen konnten.
Nikon D810, 24-70mm f/2.8, 35mm, 1s, f/20, ISO 100 (ohne Filter)

4. Setze die Filter auf
Sobald Du alle Kameraeinstellungen vorgenommen hast, fehlen jetzt nur noch die Filter. Verwende verschiedene Filter je nach Bildkomposition und Umgebungslicht:

  • Graufilter: bei bedecktem Himmel, Nahaufnahme eines Wasserfalls oder Bachs ohne viel Himmel oder tief im Wald mit wenig Licht
  • Graufilter + Verlaufsfilter: bei hohem Kontrast- / Dynamikumfang und oder Du hast den Himmel in Deiner Komposition integriert
  • Pol-Filter: verwende den Pol-Filter, wenn Du Spiegelungen oder Reflexionen verhindern möchtest.
Unser Tipp: ohne Filter fotografieren

Wenn Du (noch) keine Filter hast, kannst Du bei düsterem Wetter oder wenig Umgebungslicht auch ohne Filter versuchen den Schleier-Effekt zu erzielen. Stelle einfach sicher, dass so wenig Licht wie möglich auf Dein Sensor fällt: also ISO so tief wie möglich (z.B. 50 oder 100) und Blende ganz schliessen (z.B. f/22). Mit diesen Einstellungen kannst Du zwar keine sehr langen Verschlusszeiten nutzen, aber oft ist es so möglich eine Verschlusszeit von ca. 1 Sekunde zu wählen. Dies reicht bereits, vor allem bei schnell fliessendem Wasser, um einen Effekt zu erzielen.
5. Auslösen und Histogramm prüfen
Nachdem Du alles richtig eingestellt hast, kannst Du die Kamera auslösen. Prüfe anschliessend aufgrund des Histogramms ob die Belichtung korrekt ist.
Wasserfälle fotografieren - Purakaunui Falls Neuseeland

Purakaunui Falls in Neuseeland
Nikon D700, 24-70 f/2.8, 40mm, 0.5s, f/11, ISO 200, Graufilter

Wasserfälle fotografieren - Skogafoss Island

Der imposante Skogafoss in Island
Nikon D4, 24-70mm f/2.8, 55mm, 1s, f22, ISO 200, Verlaufsfilter

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Jennifer Brühlmann
Jennifer Brühlmann
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