Die besten Tipps für die Wildlife Fotografie auf Safari
Es macht grossen Spass, Tiere in der freien Wildbahn zu fotografieren. Meist muss es aber ziemlich schnell gehen, um das Sighting perfekt mit der Kamera einzufangen. Ganz unabhängig davon, ob du Leoparden in Afrika, Tiger in Indien oder Steinböcke in den Schweizer Alpen fotografieren möchtest, hast du oft nur ganz wenig Zeit, um die passenden Kameraeinstellungen oder die ideale Komposition zu wählen.
Unsere 8 Tipps für das Fotografieren auf Fotosafari helfen dir, um bei der nächsten Gelegenheit tolle Wildlife Bilder zu machen.
Nikon Z9, Nikkor 180-400mm f/4, 195mm, 1/1250 Sek, f/5.6, ISO 4500, -0.33 Belichtungskorrektur
Tipp 1: Wähle das richtige Foto-Equipment
Eine teure Kamera ist leider nicht automatisch eine Garantie für ein gutes Foto. Trotzdem solltest du für deine Fotosafari eine Kamera nutzen, bei der du die Grundeinstellungen Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert manuell festlegen kannst. Zudem sollte deine Kamera die Möglichkeit haben, ein Wechselobjektiv zu montieren.
Da die Tiere auf einer Fotosafari gerne etwas weiter entfernt sind, ist ein Zoomobjektiv von mindestens 400mm ideal. Mit einer lichtstarken Festbrennweite fotografierst du noch mehr Details, deine Ausrüstung wird damit aber auch schwerer. Je länger dein Objektiv ist, umso schwieriger wird es, aus der freien Hand zu fotografieren. Für das Fotografieren auf Fotosafari ist die Mitnahme eines Bohnensacks deshalb hilfreich. Alternativ ist auch ein Einbeinstativ einsetzbar. Andere Stative haben keinen Platz im Safarifahrzeug. Falls du neben Tieren auch noch die grossartige Landschaft auf deinen Fotos zeigen möchtest, ist ein Weitwinkelobjektiv eine gute Wahl.
Beim Wechseln der Objektive kann auf einer staubigen Fotosafari immer Staub auf den Sensor oder ins Gehäuse kommen. Wenn du deshalb auf das Wechseln der Objektive verzichten möchtest, nimmst du am besten noch einen zweiten Body mit auf deine Fotosafari. Zudem bist du damit viel flexibler und verschwendest bei einem spannenden Sighting keine wertvolle Zeit für den Objektivwechsel. So hast du auch gleich einen Back-up mit dabei, falls eine deiner Kameras ausfällt.
Bei der Tierfotografie schiesst man schnell mehr Fotos als man denkt. Für eine Fotosafari empfehlen wir deshalb genügend und besonders leistungsstarke – respektive schnelle – Speicherkarten zu verwenden, damit die schnellen Bildserien von bewegenden Tieren auch schnell auf die Speicherkarte transferiert werden können. Ersatz-Akkus sind ebenso wichtig, damit du unterwegs immer genügend Stromversorgung für deine Kameras hast. Die Mitnahme eines Pflegesets für die Reinigung deines Foto-Equipments ist auf einer Safari empfehlenswert.
Nikon Z8, Nikkor 500mm f/5.6, 500mm, 1/400 Sek, f/7.1, ISO 80, -0.33 Belichtungskorrektur
Tipp 2: Kenne dein Foto-Equipment
Auf einer Fotosafari geht es oft sehr schnell und ein spektakuläres Wildlife-Sighting spielt sich vielfach innerhalb von wenigen Sekunden ab. Da ist es besonders wichtig, dass du deine Kameraausrüstung in- und auswendig kennst, um mit den richtigen Einstellungen schnell auf die jeweilige Situation zu reagieren.
Falls du dir für deine Fotosafari noch eine neue Kamera oder ein neues Objektiv zulegen möchtest, ist es wichtig, dass du es zu Hause ausprobierst und die wichtigen Einstellungen testest, bevor du auf deine Fotosafari startest.
Wichtige Kameraeinstellungen
Diese Kameraeinstellungen solltest du für das Fotografieren auf Fotosafari kennen, um schnell reagieren zu können:
- Wo stelle ich Belichtungszeit, Blende und ISO ein?
- Was ist die minimale Verschlusszeit, di du bei deiner Kamera- und Objektivkombination nutzen kannst, um scharfe Bilder zu erstellen?
- Wo wechsle ich schnell zwischen den Fokusmodi respektive Fokuspunkten?
- Wo kann ich schnell zwischen Mehrfeld- / Spotmessung wechseln?
- Wie hoch kann ich mit der ISO bei meiner Kamera gehen ohne grosse Verluste oder zu viel Rauschen im Bild zu haben?
Tipp 3: Nutze die idealen Kameraeinstellungen
Wenn du noch nicht so viel Übung in der Tierfotografie hast, lohnt es sich, einem naheliegenden Zoo oder Tierpark einen Besuch abzustatten und dich mit deinem Equipment und den Tiermotiven vertraut zu machen. Probiere die wichtigsten Einstellungen an deiner Kamera aus. Eine gewisse Routine hilft dir, wenn es ernst wird und du auf der richtigen Fotosafari bist.
Fotografiere im manuellen Modus (M)
Wir empfehlen dir, im manuellen Modus «M» zu fotografieren. Damit hast du jederzeit direkte Kontrolle über Blende und Verschlusszeit. Diese Einstellungen sind die beiden wichtigsten Elemente für die Gestaltung des Bildes.
Die Verwendung der Zeitautomatik als Alternative (A/Av)
Mit der Zeitautomatik kannst du die gewünschte Blende manuell wählen und die Kamera errechnet dann gleich die dazu benötigte Verschlusszeit. Je nach Blende kannst du deine Aufnahme kreativ gestalten. Um das Tier schön vom Hintergrund abzuheben und einen Bokeh-Effekt zu erzielen, wähle eine offene Blende, z.B. f/4.
Nikon Z6II, Nikkor 500mm f/5.6, 500mm, 1/640 Sek, f/5.6, ISO 450, -0.67 Belichtungskorrektur
Wähle den idealen ISO-Wert, um eine genug schnelle Verschlusszeit zu erzielen
Stelle den ISO-Wert manuell ein. Achte dabei immer darauf, welche Verschlusszeit dir die Kamera bei der gewählten Blende vorgibt. Ist deine Verschlusszeit zu lang, erhöhe den ISO-Wert. Insbesondere bei Teleobjektiven ist es wichtig, eine genug schnelle Verschlusszeit zu wählen. Ansonsten läufst du Gefahr, dass deine Aufnahmen verwackeln. Bei der Verwendung von Teleobjektiven solltest du je nach Objektiv, Bewegung der Tiere und Lichtverhältnisse mindestens eine Verschlusszeit von 1/600s oder noch besser von 1/1000s und höher verwenden.
Wenn du im manuellen Modus «M» fotografierst, empfehlen wir dir die Verwendung der ISO-Automatik. Damit wählt deine Kamera selber den passenden ISO-Wert.
Tipp für den automatischen ISO-Wert
Wenn du mit dem automatischen ISO-Wert fotografierst, ist es wichtig, dass du den höchsten ISO-Wert begrenzt. Du stellst im Menü deiner Kamera ein, dass der ISO-Wert nicht höher als zum Beispiel ISO 6’400 sein darf. Nur so stellst du sicher, dass die Bilder nicht (zu stark) rauschen werden.
Verwende die Serienbildfunktion
Für eine noch schnellere Reaktion auf die Bewegungen der Tiere fotografierst du am besten im Serienbildmodus. Damit machst du in kurzer Zeit viele Fotos, verpasst kein Highlight und hast in der Nachbearbeitung eine grosse Fotoauswahl.
Nikon Z9, Nikkor 180-400mm f/4, 390mm, 1/1600 Sek, f/7.1, ISO 1000, +0.67 Belichtungskorrektur
Tipp 4: Lerne dein Fotomotiv kennen
In der Wildlife Fotografie geht es vor allem darum, ein interessantes Tierverhalten einzufangen. Es gibt zum Beispiel nichts Langweiligeres als schlafende Löwen. Auf Safari möchtest du vor allem Tiere in Bewegung oder deren Interaktionen untereinander einfangen. Dies ergibt spannende Aufnahmen, die das Auge des Betrachters sofort fesseln.
Um das Verhalten der einzelnen Tiere kennen zu lernen, solltest du viel Zeit für deren Beobachtung investieren und dich mit ihren Bewegungsabläufen auseinandersetzen. Jage nicht von einem Tier zum nächsten, sondern verbringe ein bisschen Zeit bei einem Tier und beobachte es genau. So kannst du viel lernen, das für deine Fotos hilfreich ist.
Auf einer Safari helfen dir dabei auch die ausgebildeten Guides. Stelle ihnen ganz viele Fragen zu den einzelnen Tieren. So kannst du viel über die Natur und die Tiere lernen. Das hilft dir beim Fotografieren auf Fotosafari immens und du kannst bei einem entsprechenden Sighting abwägen, wie sich das Tier verhalten wird und dich mit den richtigen Fotoeinstellungen entsprechend auf die Situation vorbereiten.
Nikon Z8, Nikkor Z 400mm f/2.8, 400mm, 1/200 Sek, f/14, ISO 100, mit Blitz
Tipp 5: Beachte die wichtigsten Regeln der Bildkomposition
Wenn du das Hauptmotiv deiner Aufnahme falsch platzierst, verliert das Foto an Spannung. Achte beim Fotografieren auf ein paar Grundregeln in der Bildkomposition:
Drittel-Regel
Das Bild wird senkrecht und waagrecht gedrittelt. Markante bzw. wichtige Bildinhalte wie zum Beispiel das Auge des Tieres oder das Tier selbst sollten idealerweise in einem der Schnittpunkte positioniert werden.
Nikon Z9, Nikkor 500mm f5.6, 500mm, 1/1000 Sek, f/5.6, ISO 400, -1 Belichtungskorrektur
Hintergrund beachten
Auch der Hintergrund entscheidet oft darüber, ob ein Foto gut wirkt oder nicht. In der Regel ist es wichtig, dass nichts Störendes oder Dominantes vom Fotomotiv ablenkt. Schaue aufmerksam durch den Sucher und achte auf andere Safari-Fahrzeuge, andere Tiere, welche die Silhouette des Fotomotivs stören, stark reflektierende Blätter oder dass der Horizont die Silhouette des Tieres nicht durchbricht. Wichtig ist, dass der Hintergrund so einfach wie möglich ist und nicht unnötig von deinem Hauptmotiv ablenkt. Oft kannst du mit einem einfachen Positionswechsel die Komposition des Fotos verbessern oder vor der untergehenden Sonne sogar einzigartig machen.
Nikon Z9, Nikkor Z 70-200mm f/2.8, 200mm, 1/160 Sek, f5, ISO 1100, -0-67 Belichtungskorrektur
Die Umgebung mit einbeziehen
Viele Fotografen versuchen, das Bild ganz mit dem Motiv auszufüllen. Es kann jedoch genauso interessant sein, dein Fotomotiv in seiner natürlichen Umgebung darzustellen oder diese in die Bildkomposition zu integrieren.
Nikon Z9, Nikkor Z 100-400mm f/4.5-5.6 , 100mm, 1/640 Sek, f/5.6, ISO 100, -0.33 Belichtungskorrektur
Fokus auf die Augen
Dies ist eine der Grundregeln in der Tierfotografie. Wenn die Augen nicht scharf sind, werden sich die wenigsten Betrachter vom Bild angesprochen fühlen. Falls Augenkontakt mit dem Tier besteht, hilft das natürlich, den Betrachter mit dem Tier in Verbindung zu bringen. Dies ist aber nicht immer notwendig. Es gibt viele schöne Aufnahmen, bei der das Tier in die Ferne oder auf ein anderes Tier im Bild schaut. Wenn das Tier nicht in die Kamera schaut, solltest du darauf achten, dass es in Richtung der Mitte des Bildes schaut und nicht umgekehrt. Ebenfalls sollten die Augen des Tieres gut erkennbar sein und nicht etwa im Schatten liegen.
Nikon Z8, Nikkor Z 100-400mm f/4.5-5.6, 260mm, 1/500 Sek, f/8, ISO 360, +0.67 Belichtungskorrektur
Tipp 6: Fotografieren auf Safari braucht Geduld
Geduld ist die wichtigste Voraussetzung für eine tolle Tieraufnahme. Je mehr Zeit man bei einem Tier verbringt, desto grösser ist die Chance, dass etwas Unerwartetes oder Spannendes passiert. Bis etwas Spezielles passiert, kann jedoch teilweise viel Zeit vergehen. Auch wenn du die Einstellungen der Wildlife Fotografie gut kennst, gehört auch immer noch eine grosse Portion Glück dazu, um ein perfektes Foto zu machen. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Es ist deshalb meistens unumgänglich, dass man für ein gutes Foto sehr viel Geduld mitbringt.
Nikon Z9, Nikkor 180-400mm f/4, 200mm, 1/1000 Sek, f/4, ISO 5000
Tipp 7: Sei kreativ
Der Klassiker in der Tierfotografie sind Portraitaufnahmen. Die Königsdisziplin ist es aber, das Tier in seinem natürlichen Lebensraum zu dokumentieren. Die Integration eines Tieres in eine Landschaftsaufnahme oder die Fokussierung auf besondere Details sind dafür gute Ideen. Das Muster des Tierfells, Augen, Pfoten oder andere Detailaufnahmen können spannende Motive ergeben. Probiere einfach aus, was dir gefällt.
Neben all den Regeln in der Fotografie zählt vor allem auch die Regel „Breche die Regeln“. Schöpfe deine Kreativität beim Fotografieren auf Fotosafari aus für die Produktion von ganz besonderen Fotos.
Nikon Z9, Nikkor Z 100-400mm f/4.5-5.6, 360mm, 1/1000 Sek, f/8, ISO 64, -1 Belichtungskorrektur
Auf unseren Fotosafaris bringen wir dich an besonders tierreiche Fotolocations in Botswana, Namibia, Sambia, Kenia, Südafrika, Simbabwe, Indien, Patagonien, Kanada, Slowenien, Brasilien und Costa Rica. Von unseren professionellen Foto Guides wirst du auf diesen Reisen beim Fotografieren auf Safari individuell unterstützt und erhältst noch mehr wertvolle Tipps.
Als Start in das Fotografieren auf Safari und um die richtigen Kameraeinstellungen zu üben, ist unser beliebter Fotoworkshop Fotosafari im Tierpark eine gute Wahl.
Thomas Brühlmann
Thomas ist Gründer und Geschäftsführer von Amazing Views Photo & Adventure Tours sowie leidenschaftlicher Natur- und Wildlife-Fotograf. Seit über zehn Jahren ist er weltweit mit der Kamera unterwegs und begleitet Fotografiebegeisterte auf ausgewählten Fotoreisen und in praxisnahen Workshops. Seine grosse Stärke liegt darin, fotografische Zusammenhänge verständlich und praxisorientiert zu vermitteln. Mit viel Erfahrung, Geduld und Begeisterung unterstützt er Teilnehmende dabei, ihren Blick für Natur, Licht und den richtigen Moment zu schärfen und sich fotografisch weiterzuentwickeln.
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